Wichtig: Rotmilan-Sichtungen in Borchen melden

Im September 2017 wurden bei Dörenhagen gleichzeitig über 100 Rotmilane gesichtet, die gemeinsam einen Schlafplatz gesucht haben. Dies tun sie meist in der Dämmerung und sind dabei sehr aufgeregt, so dass sie noch weniger als sonst auf die Umgebung achten – zum Beispiel nicht darauf, ob der Schwarm in die Rotorblätter einer Windenergieanlage fliegt.

Genau dort, wo die Rotmilane in Borchen-Dörenhagen gesichtet wurden, liegen dem Kreis Paderborn auch weitere Anträge zur Errichtung von Windenergieanlagen vor.

Über 100 Rotmilane im September 2017 bei Borchen-Dörenhagen
Über 100 Rotmilane auf Schlafplatzsuche im September 2017 bei Borchen-Dörenhagen

Die Paderborner Hochfläche als sehr beliebter Lebensraum für Rotmilane ist bereits so gut wie unbewohnbar für unseren heimlichen Wappenvogel (übrigens auch für uns Menschen) – er hat kaum noch eine Chance, seine Nahrungsflüge zu überleben, denn er schaut dabei nicht nach vorn, sondern nach unten und bemerkt nicht die tödliche Gefahr in Form der gigantischen Rotorblätter, die in 200m Höhe eine rotierende Guillotine für Raubvögel darstellen. Seit Jahrtausenden musste ein Rotmilan keine Gefahr in seinem Luftraum fürchten, auf die gefährlichen Rotoren kann er daher nicht reagieren und wird grausam zerfetzt. Siehe auch unseren Beitrag zu den gehäuften Vogelschlag-Vorfällen durch Windräder im Kreis Paderborn. Innerhalb von 2 Wochen wurden rein zufällig 3 tote Vögel unter Windenergeianlagen gefunden.

Von Windkraftanlagen zerfetzte Rotmilane findet man eigentlich nur im Frühjahr, wenn die Vegetation die toten Vögel nicht verschluckt – es gibt also eine enorme Dunkelziffer an Greifvögeln und anderen Vögeln, die von Windenergieanlagen erschlagen werden.

Damit Windkraft-Investoren nicht einfach behaupten können, hier wären gar keine Rotmilane, ist die Dokumentation von Sichtungen sehr wichtig – auch Meldungen von Bürgern werden bei der Artenschutz-Bewertung berücksichtigt.

Wenn ihr also in Borchen (oder auch woanders im Kreis Paderborn) einen Rotmilan sichtet, meldet diese Sichtung bei der Biologischen Station Senne:

WICHTIG: Wenn es irgendwie geht, ein Foto machen, auch wenn es nur mit dem Handy ist. Das Foto kann auf der Website hochgeladen werden.

Rotmilan-Sichtung in Borchen melden
Rotmilan-Sichtung in Borchen melden

Natürlich kann man auch andere Vogelbeobachtungen melden, besonders die Sichtung der besonders bedrohten Wiesenweihe ist sehr relevant, diese muss man jedoch auch identifizieren können. Es handelt sich dabei um einen bodenbrütenden Greifvogel. Bei der Unterscheidung von Rotmilan, Wiesenweihe und Mäusebussard kann man sich ganz gut an der Schwanzform orientieren:

Beim Rotmilan fällt der typische „gegabelte“ Schwanz auf, der ihm den umgangssprachlichen Namen „Gabelweihe“ eingebracht hat.

Rotmilan
So erkennt man den Rotmilan

Der Mäusebussard hat in der Flug-Silhouette den genau gegenteilig ausgeprägten Schwanz, das heißt, er hat einen Bogen nach außen.  Der Mäusebussard wird sehr häufig von Rotoren der Windenergieanlagen erschlagen, so dass der weitere intensive Ausbau auch seinen Bestand in Deutschland gefährden wird.

Mäusebussard
So erkennt man den Mäusebussard

Die Wiesenweihe hingegen besitzt einen eher länglichen, schmaln Schwanz. Sie ist vom Laien von der Kornweihe fast nicht unterscheidbar – ist aber nicht schlimm, denn die Kornweihe hält sich im Sommer nicht bei uns auf, so dass alle Weihensichtungen im Sommer auf jeden Fall Wiesenweihen sind.

So erkennt man die Wiesenweihe
So erkennt man die Wiesenweihe
Wiesenweihen im Flug

 

 

Studie der Uni Mainz: Infraschall von Windrädern macht herzkrank

Tausende Menschen als Versuchsobjekte – Infraschall-Experiment im Kreis Paderborn

Viele Borchener wissen es schon länger, weil sie es am eigenen Leib spüren: die Immissionen von Windkraftanlagen machen krank. Schlaflosigkeit, Ohrdruck, Kopfschmerzen und Schwindel sind häufige Symptome, die auf Infraschall von Windenergieanlagen zurückzuführen sind. Bereits der hörbare Lärm ist eine große Belastung, aber oft noch belastender sind die Auswirkungen vom Infraschall, den sehr tieffrequenten Schallwellen der Windkraftanlegen.

Die dramatischen Folgen für Gesundheit und Lebensqualität der Windrad-Anwohner werden von Windinvestoren, Genehmigungsbehörden und Politikern als esoterische Spinnerei konsequent abgetan.

Eine Studie der Uni Mainz liefert nun wissenschaftliche Beweise für die drastischen gesundheitlichen Konsequenzen des Infraschalls durch Windenergieanlagen. Herzfasern wurden mittels Lautsprecher Infraschall ausgesetzt, was zu deutlichen Störungen der Herzfrequenz führte. Dieses Video fasst die Ergebnisse der Studie zusammen:

Studie Uni Mainz: Infraschall macht herzkrank

Bei dieser Studie wurden lediglich die Gesundheitsfolgen von Infraschall fürs Herz untersucht – dass der tieffrequente Schall ebenso schädlich auf andere Organe wirkt, kann man sich an drei Fingern abzählen.

Hier der Bericht zur Studie in der Mainzer Allgemeinen Zeitung:

Infraschall-Studie: Störsender fürs Herz

Je länger wir dem massiven Infraschall hunderter Windkraftanlagen ausgesetzt sein werden, desto größer wird das Risiko, krank zu werden, desto drastischer werden die Folgen für unsere Organe sein. Wenn man nicht mehr schlafen kann, ständig Kopfschmerzen hat, an Tinnitus erkrankt oder Herzinfarkt-ähnliche Symptome hat – kann und sollte man hier weiter leben?

Und nur, weil einer jetzt noch keine gesundheitlichen Folgen spürt – der Infraschall wirkt auf uns alle gleichermaßen ein und stört jedes Herz, denn keiner hat eine 30m hohe und  8m dicke Mauer um sein Haus errichtet, die vor dem Infraschall schützen würde.

Weitere Infos: http://www.energie-mensch-natur.de/images/Infraschall

Zitat: „Die einzige Schutzmöglichkeit vor den Beeinträchtigungen durch Lärm und Infraschall besteht gegenwärtig darin, die Mindestabstände zur Besiedlung ausreichend groß zu halten. In der Mehrzahl der zivilisierten Länder ist das bereits geschehen. In den USA gilt ein
Mindestabstand von 2,5 km, in England wurde durch ein Gesetz im Jahr 2010 beschlossen, dass für WKA von >150 m Höhe der Mindestabstand 3.000 m betragen muss.
In Deutschland hat man bislang behördlicherseits Gesundheitsbedenken wegen des Infraschalls weitgehend ignoriert.
Die sich auf den Immissionsschutz nach der TA Lärm beziehenden
Mindestabstände zur Bebauung von 700–1000 m sind eindeutig zu gering um Anwohner vor einer schädigenden Beeinträchtigung durch hörbaren Lärm und insbesondere durch Infraschall zu schützen.
Mit obigen Zitaten sollte gezeigt werden, dass die Behauptung „Infraschall sei unterhalb der Wahrnehmungsschwelle gesundheitlich unbedenklich“, nicht zutreffend ist. Es gibt weltweit genügend Beobachtungsmaterial, das diese Meinung eindeutig widerlegt. Und es existieren Erklärungsmodelle über die Wirkungsweise des Infraschalls auf den menschlichen Organismus.“

Der totale Windkraftausbau – Investoren wollen noch mehr Windräder in Borchen

totaler Windkraftausbau in BorchenWieder liegen dem Kreis Paderborn neue Anträge für den Bau von Windkraftanlagen in Borchen vor. Die Windkraft-Investoren sind mit Borchen noch lange nicht fertig… Anträge werden munter weiter eingereicht, obwohl Borchen gerade einen neuen Flächennutzungsplan (FNP) aufstellt und Genehmigungen in dieser Zeit nicht erteilt werden (sollten).

Ein geplanter Bürgerwindpark in dem Gebiet, in dem nun doch wieder neue Anträge gestellt wurden, war vom betreuunden Planer Ahn abgeschmettert worden. Alle Anlagen im Zentrum des Gemeindegebiets werden zur endgültig totalen Umzingelung von Dörenhagen führen, dass bereits jetzt das „umzingelste Dorf Deutschlands“ ist. Allein aus dem Grunde hatte der Planer eindringlich vor JEDER weiteren Verdichtung von Windkraftanlagen in diesem Blickwinkel von Dörenhagen abgeraten.

Was hier versucht wird, kann nur noch als die reinste Form von Geldgier und Menschenverachtung beschrieben werden.

Bemerkenswert sind auch die massiven Anträge für die Lichtung im Wald südlich von Alfen auf Salzkottener Gebiet (ganzunten links im Bild) – in dem Wald wird keine Fledermaus mehr überleben können (diesen platzt der Lungensack durch den Unterdruck beim Vorbeifliegen). Davon abgesehen tragen diese Anlagen natürlich auch zum wunderschönen Landschaftsbild für Borchen bei. Obwohl dort die Windräder „nur“ 100m hoch gebaut werden dürfen – wegen des Flughafens Paderborn-Lippstadt – prasseln hier Anträge herein.

Ja, ihr seid alle dabei beim totalen Windkraftausbau im Kreis Paderborn – ob ihr wollt oder nicht. Und es ist noch lange nicht vorbei…

Wenn ihr euch Unterlagen vom Antrag sichern wollt, müsst ihr sie euch hier schnell runterladen, die werden bald wieder auf nimmer Wiedersehen hier entfernt: https://www.kreis-paderborn.de/kreis_paderborn/buergerservice/amtsverzeichnis/aemter/66-umweltamt/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-Immissionsschutz/Amtliche-Bekanntmachung-und-Auslegung.php#anchor_2c11d96e_Accordion-3-Buergerwind-Borchen-GmbH—Co.-KG–Eggestrasse-15–33178-Borchen–Errichtung-und-Betrieb-von-zwei-WEA-Typ-Siemens-SWT-DD-142-in-Etteln

Weitere Infos: Karte mit allen Windrädern im Kreis Paderborn (Geoportal Kreis Paderborn)

Windkraft – Tod für Vögel und Fledermäuse

toter Kolkrabe
Wem bricht bei so einem Anblick nicht das Herz? Schlagopfer Windkraftanlage: toter Kolkrabe im Kreis Paderborn

Genaue Zahlen zu toten Vögeln an Windkraftanlagen gibt es fast nicht. Das liegt auch daran, dass nahezu alle Kadaver nur durch Zufall gefunden werden und davon nicht alle in der Statistik eingehen. In Borchen gab es mehrere tote Greifvögel unter Windkraftanlagen, das ist traurige Realität.

An einer systematischen Suche zur Ermittlung von genauen Zahlen haben die Windkraft-Betreiber kein Interesse, schließlich werden die Konflikte im Artenschutz von Investoren und Bauherren in den Unterlagen zu den Bauanträgen konsequent als nicht relevant oder vernachlässigbar dargestellt.

Toter Mäusebussard unter Windenergieanlage bei Borchen – ein weiteres Schlagopfer
Hubertus Nolte von der Gesellschaft für Naturschutz im Bürener Land e.V.: Toter Mäusebussard unter Windenergieanlage bei Borchen – ein weiteres Schlagopfer

Dabei zeigen die Funde im Kreis Paderborn in diesem Jahr, dass es diesen Konflikt gibt und dringend geklärt werden muss wie viel Windkraftanlagen die Natur verkraftet. Sind die knapp 600 Windkraftanlagen im Kreis Paderborn eine Bedrohung für den streng geschützten Rotmilan? Führt deren Genehmigung und Bau zu einem Rückgang in diesem für den Rotmilan wichtigen Lebensraum? – Das würde die Population gefährden.

Rotmilan vor Windenergieanlage - bald Schlagopfer?
Rotmilan vor Windenergieanlage in Borchen – bald Schlagopfer?

Schlagopfer in Borchen zeigen, dass das Problem auch nahe Etteln und Dörenhagen mit den vielen bestehenden Anlagen real ist. Zu bedenken ist, dass alle Funde nur durch Zufall entdeckt wurden. Ein Großteil wird nie gefunden und geht nicht in die Statistik ein. Es gibt Schätzungen, dass pro Jahr bis zu 5 Vögel oder Fledermäuse von Windkraftanlagen erschlagen werden.

Die Ursachen von erschlagenen Vögeln liegen vor allem daran, dass diese den Rotorblättern nicht oder zu spät ausweichen. Vögel können oft die Geschwindigkeit nicht einschätzen, konzentrieren sich auf Beute am Boden oder geraten bei spielerischen Duellen mit anderen Vögeln in die Nähe der Rotoren. Dazu kommt, dass die Vögel in der Evolution nie mit Windkraftanlagen oder ähnlichem konfrontiert waren. Viele der gefährdeten Vögel haben oft keine Scheu vor den Anlagen.

Video von Windrad-Havarie in Borchen aufgetaucht

Ausmaß der Umweltverschmutzung durch die Havarie einer ENERCON E-115 Anlage ist weiter unklar. Weder der Kreis Paderborn noch ENERCON oder WestfalenWind haben bisher – auch 3 Wochen nach dem Unfall – irgendwelche Maßnahmen ergriffen, die Kontamination zu beseitigen. Es wurden nicht einmal Maßnahmen ergriffen, die weitere Verbreitung der Partikel durch Wind einzudämmen – inzwischen dürften sich die Teilchen aus Glasfaser und Füllstoff seit der Explosion der Windrad-Rotoren über Kilometer verbreitet haben.

Explosion und Partikelwolke in Havarie-Video erkennbar

In dem Video von der Explosion der Rotoren der Windkraftanlage, das das Regionalbündnis Windvernunft e.V. veröffentlicht hat, ist deutlich eine große „Staubwolke“ zu erkennen, die aus Millionen Partikeln bestand und sich mit dem Wind weit verbreitet hat.

Info-Veranstaltung von ENERCON für betroffene Landbesitzer

Letzten Montag hat ENERCON die betroffenen Landbesitzer zu einer Infoveranstaltung zur Kontamination an den Ort der Havarie an den Husener Weg geladen. Dort wurde klar, dass die Landwirte sehr unzufrieden über die ausbleibenden Reinigungsmaßnahmen sind und überlegen, einen Anwalt einzuschalten. ENERCON sprach von einem speziellen „Sauger“, der aus Holland herangeschafft werden soll, um die Umweltverschmutzung zu beseitigen.

Dies dürfte aber mit jedem Tag schwieriger werden, denn der Wind verteilt die scharfkantigen Teile immer weiter , zudem werden sie nun von der Vegetation überwuchert und in den Boden eingebracht werden. Damit können wir festhalten: Die Umweltzerstörung durch die Windrad-Havarie ist bereits irreparabel!

Kreis Paderborn ohne Notfall-Konzept für Windrad-Havarie?

Längst hätte der Kreis Paderborn dafür sorgen müssen, dass die großflächige Kontamination durch den Gau an der ENERCON-Windkraftanlage in Borchen-Etteln beseitigt wird – inzwischen ist es ausgeschlossen, dass diese Umweltverschmutzung restlos beseitigt werden kann.

Angesichts des unprofessionellen Umgangs mit einer Windrad-Havarie mit einem derart großen Ausmaß an Umweltverschmutzung muss man stark bezweifeln, dass es für diese Art Unfälle überhaupt irgendeine Art Notfall-Konzept gibt. Beim Gau einer über 200m hohen Windenergieanlage sind sehr schnell Mensch und Umwelt in höchster Gefahr – gerne würden wir die Notfallpläne sehen, die der Kreis Paderborn für Katastrophen mit Beteiligung von Windenergieanlagen entwickelt hat.

Windrad-Havarie: neue 200m-Windkraftanlage in Borchen völlig zerfetzt

Umweltkatastrophe durch Windenergieanlagen-Unfall im Kreis Paderborn: Ein neues ENERCON-Windrad in Borchen-Etteln ist auseinander geflogen. Ein über 800m großer Umkreis ist mit unzähligen Glasfaser-Partikeln kontaminiert!

Am 8. März 2018 um 18:15 Uhr sind zwei Rotoren einer nagelneuen ENERCON E-115-Windkraftanlage völlig zerfetzt worden – Teile sind mehr als 800m weit geflogen. Das ist der dritte schwere Windrad-Vorfall im Kreis Paderborn innerhalb von 2 Jahren. In Altenbeken war eine Windrad-Kanzel abgebrochen, in Dörenhagen ein ganzer Rotor, der durch die Luft geschleudert wurde und dann wie ein Schwert unweit der Bundesstraße im Acker steckenblieb.

Weder noch-Eigentümer ENERCON noch Bauherr WestfalenWind hatten nach dem Vorfall die Öffentlichkeit oder die Polizei unverzüglich informiert, obwohl Lebensgefahr durch herumfliegende Bruchstücke bestand. Erst nachdem ein Ettelner Bürger die Polizei informiert hatte, wurde der Bereich um die havarierte Windenergieanlage großräumig mit einigen Streifenwagen der Polizei abgesperrt. Die Absperrungen der Unfallstelle reichten bis fast nach Etteln.

Erst am 6. März waren die Flügel montiert worden, die Anlage war noch nicht ans Netz angeschlossen. Offensichtlich überdrehte sie und die Flügel konnten nicht mehr gestoppt werden. Es heißt, die Flügel drehten sich lediglich mit 19 km/h als sie in Stücke gerissen wurden. Wie weit wären Teile geflogen, wenn die Windenergieanlage mit höheren Geschwindigkeiten zerfetzt worden wäre?

Hier die Anlage am 6. März: Die Rotoren werden installiert – am 8. März fliegen 2 der Rotoren auseinander

ENERCON / WestfalenWind spielten den Vorfall sofort herunter – die Rotoren seien lediglich „abgebrochen“ und direkt zu Boden gestürzt hieß es in ersten Meldungen – wie kann es dann sein, dass Teile über 800m weit geflogen sind? Es ist nur ein glücklicher Zufall, dass kein Mensch verletzt wurde bei dieser spektakulären Havarie einer niegelnagelneuen Windenergieanlage in Borchen-Etteln.

Zu besichtigen ist das zerfetzte Windrad zwischen Dörenhagen und Etteln in der Gemeinde Borchen im Südkreis Paderborn. Wenige Meter neben der havarierten Windanlage werden gerade weitere 7 Windkraftanlagen desselben Typs errichtet – die übrigens nur deshalb gebaut werden, weil die CDU und die Grünen im Borchener Gemeinderat eine bewiesenermaßen erfolgreiche Klage der Gemeinde gegen diese Windräder letztes Jahr verhindert hatten. WestfalenWind betreibt bereits weitere 11 Windenergieanlagen des Typs E-115 im Kreis Paderborn.

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Die Glasfaser-Teile der zerfetzten Rotoren sind über eine riesige Fläche verstreut und oft sehr klein (siehe Fotos) – eine Reinigung wird fast unmöglich sein. Eine solche Havarie ist eine echte Umweltkatastrophe, weil die gesamte Umgebung mit unzähligen Glasfaser-Teilen verschmutzt wurde. Wie wollen ENERCON / WestfalenWind sicherstellen, dass dieser ganze Müll wieder eingesammelt wird?

Borchens Bürgermeister Allerdissen fordert einen Baustopp der baugleichen Anlagen bis die Ursache eindeutig geklärt ist – zur Stellungnahme des Bürgermeisters zur Havarie.

Diese Glasfaserpartikel sind besonders gefährlich, wenn Tiere sie aufnehmen, da sie sehr scharfkantig sind. Das gesamte Gebiet ist kontaminiert, es muss eventuell auch Erde abgetragen werden. Die nächste Heuernte im gesamten Gebiet ist in Gefahr – ebenso können Weiden für Kühe lebensgefährlich werden, sollen die Partikel dann noch überall herumliegen. Auch viele Wildtiere sind durch die messerscharfen Teile womöglich in Gefahr.

Wie sicher leben wir hier noch? Bei so vielen Windkraftanlagen wird immer mal wieder eine explodieren – eine Havarie kontaminiert allein ein riesiges Gebiet und die Folgen sind nicht absehbar.

Hinweis: Einen ausführlichen Bericht gibt es dazu auch im Westfalenblatt

„Rotorblätter von Windrad bei Borchen zerfetzt“ (Neue Westfälische)

Update vom 10.März:

Gerade haben wir auf einer Wiese (siehe Foto unten), die etwa 800m von der havarierten ENERCON E-115 Windkraftanlage entfernt ist, folgende Teile der Rotoren gefunden – dabei sind wir nur einen sehr kleinen Teil der Wiese abgegangen.

Zum einen handelt es sich um sehr harte, scharfkantige und faserige Teile – zum anderen um kleine Stücke einer Art Füllstoff:

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Bruchstücke werden über 800m weit geschleudert

Gericht hebt 11 Windrad-Genehmigungen auf – ein Zeichen für den Artenschutz

Verwaltungsgericht Arnsberg gibt NABU Recht: Kompletter Windpark bei Marsberg-Meerhof wegen Verstoß gegen Umweltverträglichkeit, Bauplanungsrecht und Naturschutzrecht untersagt.

Der bereits fast fertig gebaute Windpark im Sauerland bei Marsberg-Meerhof ist laut Gericht nicht genehmigungsfähig. Die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Arnsberg stellte fest, dass ein erhöhtes Tötungsrisiko für verschiedene bedrohte Vogelarten besteht, das durch die angebotenen Ausgleichsmaßnahmen nicht kompensiert werden könne.

Bereits im Eilverfahren hatte das Verwaltungsgericht Arnsberg dem NABU Recht gegeben und einen Baustopp für die Windenergieanlagen bei MArsberg verhängt. Das Urteil ist großer Erfolg für den Artenschutz und ein Signal, dass Deutschland beim Thema Windenergie vielleicht doch noch nicht komplett aus dem Artenschutz ausgestiegen ist.

Wiesenweihe, Rotmilan, Mornellregenpfeifer und Wachtel sind durch den Windpark gefährdet – insebsondere Wiesenweihe und Rotmilan seien stark bedroht.

Diese Greifvögel haben kaum eine Chance zwischen Windrädern zu überleben, denn sie fokussieren sich im Flug auf den Boden, um Beute zu erspähen – dabei bemerken sie nicht, dass von vorne eine tödliche Gefahr droht. Die majestätischen Greife werden dann auf grausame Weise von den Rotoren zerfetzt und in Stücke gerissen.

Stets wird von der Windkraft-Lobby behauptet, dass Rotoren von Windenergieanlagen keine Gefahr für Rotmilan, Wiesenweihe und Co. seien – das ist angesichts des grausamen Todes der stark bedrohten Vögel äußerst zynisch.

Funde zerfetzter Rotmilane können im Grunde immer nur zufällig erfolgen. Die Rotmilane kommen erst im März aus den Winterquartieren aus Spanien zu uns zurück, dann beginnt hier das Vegetationswachstum – wie sollen tote Rotmilane gefunden werden, die mitten in ein Weizenfeld fallen? Dort  werden sie einfach nicht entdeckt – hinzu kommt, dass Aasfresser die Kadaver vertilgen oder wegschleppen. So ist es also fast unmöglich, von Frühjahr bis Herbst das ganze Ausmaß des Rotmilan-Sterbens zu dokumentieren.

Endlich entscheidet ein Gericht in NRW mal wieder zu Gunsten des Artenschutzes und zumindest für den Versuch, unsere letzten Rotmilane zu schützen – aber natürlich wird der Betreiber, die Windpark Himmelreich GmbH & Co. KG in Berufung gehen.

Aktuell können die unfertig gebauten Türme der Windräder als Mahnmal bei Marsberg-Meerhof besichtigt werden.

 

ZDF Mittagsmagazin: „Streit um die Windräder in Borchen“

Bald nach dem Beitrag im stern besuchte uns ein Team vom ZDF-Mittagsmagazin, um über die Auswirkungen der Windenergie auf die betroffenen Bürger zu berichten – die sind mit uns zu den Baustellen gefahren (siehe Bild) und haben mit Vertretern unserer Bürgerinitiative gesprochen.

Tja, aber was soll am Ende in wenigen Minuten dargestellt werden – wieder nur ein paar Statements unrecherchiert und unbewertet gegenüber gestellt und das wars.

Keiner befasst sich auch nur mit einem einzigen Teilaspekt des komplexen Themas auch nur mal etwas eingehender.

Keiner fragt mal Ärzte, die sich seit Jahren mit dem Thema Infraschall von Windkraftanlagen und gesundheitliche Folgen befassen, keiner berichtet darüber, dass alte Anlagen einfach nicht zurückgebaut werden und tausende Tonnen Beton einfach im Boden verbleiben, keinen interessiert es, dass wir gerade dabei sind, die letzten unserer großen Greifvögel auszuradieren – und keinen interessiert es, dass es eine „Energiewende“ überhaupt nicht gibt, dass es wenn überhaupt nur eine „Stromwende“ ist, die mit Windkraft unterstützt werden kann. Und wieso interessiert es keinen, dass hier immer weiter Windenergieanlagen gebaut werden, obwohl der Strom gar nicht gespeichert werden kann und auch niemals wird, weil es überhaupt nicht genug Lithium auf der Erde gibt, um so viel Akkus zu bauen… warum stellt keiner der Reporter und Journalisten diese Fragen??

Hier geht es zum ZDF-Film „Streit um die Windräder in Borchen“

„Wie der Streit um Windräder die Gemeinde Borchen spaltet – ein Ortsbesuch“ – Der stern berichtet über Borchen und die Windkraft

Im Januar besuchte uns in Borchen der stern-Redakteur Marc Bädorf, um über die Situation zur Windenergie in Borchen zu schreiben – leider ist dabei auch nur wieder ein viel zu oberflächlicher Beitrag mit ein paar Statements der Kontrahenten geworden, die nicht weiter recherchiert wurden.

Am Ende heißt es dann leider auch wieder, es sei hier ja keiner gegen Windkraft und wir sollten uns doch mit den Investoren vertragen – welcher Hohn angesichts der völligen Zerstörung einer ganzen Region, die einmal unsere Heimat war und die nicht mehr lebenswert ist.

Dörenhagen ist inzwischen zu 290° von Windrädern umschlossen und es wird weiter verdichtet. Viele Menschen werden hier noch sehr krank werden, denn wir leben hier nicht einmal 2 Jahre in dieser konzentrierten Industrieanlage mit den über 200m hohen und 3,2 Megawatt Windriesen der neuesten Generation – wundert euch also nicht, wenn ihr demnächst (oder auch jetzt schon) nicht mehr schlafen könnt, Ohrenpiepen habt, geplatzte Gefäße im Auge, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Panikattacken etc.

Zum Beitrag im stern „Wie der Streit um Windräder die Gemeinde Borchen spaltet – ein Ortsbesuch

Das WDR 5 Stadtgespräch in Borchen zur Windkraft

Herr Lackmann bekommt in Borchen Gegenwind

Eingeladen waren neben Gudrun Ponta von der Bürgerinitiative Gegenwind Borchen auch Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen und eben Johannes Lackmann von der umstrittenen Firma WestfalenWIND. Herr Lackman bekam dann auch von allen Seiten mächtig Gegenwind  sowohl aus dem Publikum als auch auf der Bühne von Gudrun Ponta und Reiner Allerdissen. Für die von Herrn  Lackmann vorgetragenen Werbesprüche und Parolen gab es wie zu erwarten Pfiffe und Buhrufe der Bürger aus dem Publikum in der voll besetzten Gemeindehalle. Kritische Fragen wischte Herr Lackmann mit einem so überheblichen Ton vom Tisch, dass sich die Stimmung zusätzlich aufheizte. In die Defensive geriet Johannes Lackmann dann vollends, als Moderatorin Judith Schulte-Loh ihn fragte, warum er Ratsmitglieder mit 9 Millionen persönlichen Schadensersatzforderungen unter Druck gesetzt habe, sollte der Gemeinderat die Klagen gegen seine Anlagen vor Gericht nicht zurück nehmen.  Das Wort Erpressung hat sie wohlweislich vermieden, da WestfalenWIND sonst vermutlich seine Anwälte geschickt hätte.  Wirklich erklären konnte oder wollte Herr Lackmann das Agieren gegen den Gemeinderat natürlich nicht und versuchte stattdessen mit wilden Behauptungen sich vom Täter zum Opfer zu stilisieren. Gudrun Ponta forderte es müsse in Deutschland endlich eine Anti-Korruptionsbehörde geben.

Wer möchte kann sich das ganze Gespräch hier anhören:

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-stadtgespraech/audio-stadtgespraech-aus-borchen-proteste-gegen-windenergie-102.html